Ein Monat, ein Umzug, sieben Preise
Nehmen Sie eine Dreizimmerwohnung mit 38 Kubikmetern, zweites Obergeschoss, Wagen kann vor der Tür stehen. Wir stellen drei Kräfte und einen Möbelkoffer. Der Umzug ist an jedem Tag des Monats derselbe: dieselben Treppen, dieselben Kartons, dieselbe Mannschaft. Der Preis ist es nicht.
Am Freitag, dem 31., kostet er 929 Euro, weil 90 Euro für die letzten drei Tage und 60 Euro für den Freitag dazukommen. Am Samstag, dem 1., kostet er 989 Euro, weil die ersten drei Tage ebenfalls 90 Euro kosten und der Samstag 120 Euro. Am Montag, dem 3., kostet er 899 Euro. Am Dienstag, dem 4., kostet er 779 Euro, denn das ist der erste Tag ohne jeden Aufschlag. Vier Tage Unterschied, 150 Euro Unterschied.
Die Regel dahinter ist kurz genug, um sie im Kopf zu behalten. Die letzten drei und die ersten drei Tage eines Monats kosten 90 Euro. Der Montag kostet 30 Euro, der Freitag 60 Euro, der Samstag 120 Euro. Ein Beginn nach 16 Uhr kostet 45 Euro zusätzlich. Alles andere zwischen dem 4. und dem 25. von Dienstag bis Donnerstag ist der Grundpreis.
Warum ausgerechnet der Monatsletzte teuer ist
Das ist keine Willkür, sondern Nachfrage. Nahezu jeder Berliner Mietvertrag endet zum Monatsletzten. Kündigungsfristen laufen auf dieses Datum zu, Übergabeprotokolle werden auf dieses Datum geschrieben, und deshalb wollen an drei bis vier Tagen im Monat sehr viele Haushalte gleichzeitig einen Wagen und eine Mannschaft. Wir halten dafür zusätzliche Kräfte und zusätzliche Fahrzeuge bereit, die in der Monatsmitte nicht gebraucht werden.
Dazu kommt, was Sie als Kunde davon merken. An Randtagen macht eine Mannschaft häufig zwei bis drei Wohnungen hintereinander, Halteverbotszonen sind umkämpft, und wenn im Haus noch zwei weitere Parteien ziehen, steht der Aufzug still. In der Monatsmitte bekommen Sie eine Besetzung, die nur Ihren Umzug an diesem Tag hat, und ein Treppenhaus, das Ihnen allein gehört.
Wir sagen deshalb nicht, dass wir am Monatsletzten nicht fahren. Wir fahren, wenn eine Besetzung frei ist, und wir sagen erst zu, wenn sie eingeteilt ist. Aber wir sagen jedem Anrufer den Unterschied. Bei drei Zimmern sind es 150 Euro, und das ist ungefähr das, was zwanzig Umzugskartons samt Packpapier und zwei Stunden Möbelmontage kosten.
So verschieben Familien den Termin in die Monatsmitte
- Neue Wohnung ab dem Ersten, Umzug erst am Dienstag, dem 4.
- Alte Wohnung bis zum Monatsende behalten, aber schon am 12. ausziehen
- Übergabe und Umzugstag trennen, Rückgabe erst nach dem Renovieren
- Kinderfreie Tage nutzen, Kita und Schule laufen in der Monatsmitte normal
- Zwei Termine gleichzeitig anfragen und beide Summen vergleichen
Besetzung, Stunden und wann der Festpreis gewinnt
Drei Zimmer im zweiten Obergeschoss mit Aufzug schaffen zwei Kräfte in rund acht Stunden, das wären 592 Euro nach Stunde. Ohne Aufzug im dritten Obergeschoss werden es zehn Stunden und damit 740 Euro. Mit drei Kräften sind es sieben Stunden, also 686 Euro. In diesen Fällen ist die Stunde noch günstiger als der Festpreis von 779 Euro.
Der Festpreis gewinnt, sobald der Tag länger wird als etwa acht Stunden zu dritt, denn acht mal 98 sind 784 Euro. Genau dort liegt er richtig: bei vollen Kellern, bei zwei Adressen, bei engen Altbautreppen, bei Möbeln, die zerlegt werden müssen. Wer nicht abschätzen kann, wie lange es dauert, kauft mit dem Festpreis Ruhe, und die kostet hier kaum etwas.
Was in beiden Fällen gleich bleibt, ist der Tagesaufschlag. Sieben Stunden zu dritt am Freitag, dem 31., sind 686 plus 90 plus 60, also 836 Euro. Der Festpreis am selben Tag ist 929 Euro. Am Mittwoch, dem 12., sind es 686 beziehungsweise 779 Euro. Der Abstand zwischen den beiden Tagen ist in beiden Zeilen exakt 150 Euro.