Warum die Etage nichts kostet, der Kalendertag aber schon
Treppen kosten Zeit. Das bestreitet niemand, der schon einmal einen Kühlschrank vier Stockwerke getragen hat. Aber diese Zeit ist planbar. Ein geübtes Team weiß vorher, wie viele Gänge eine Zweizimmerwohnung braucht und wie lange ein Gang bei vier Etagen dauert. Planbare Zeit muss man nicht mit einem Zuschlag absichern. Wir rechnen sie in den Grundpreis ein und nennen ihn vorher: 1 Zimmer mit rund 15 Kubikmetern 369 Euro, 2 Zimmer mit 26 Kubikmetern 529 Euro, 3 Zimmer mit 38 Kubikmetern 779 Euro, 4 Zimmer mit 52 Kubikmetern 1.029 Euro, 5 Zimmer mit 68 Kubikmetern 1.329 Euro.
Nicht planbar ist dagegen der Monatsletzte. Fast alle Mietverhältnisse enden zum Monatsende, und deshalb will an drei oder vier Tagen im Monat halb Berlin gleichzeitig umziehen. An diesen Tagen sind alle Teams gebucht, alle Möbelkoffer unterwegs und alle Halteverbotszonen vergeben. Wer trotzdem einen Termin bekommt, bekommt ihn zu einem Preis, der die Knappheit abbildet: die letzten drei und die ersten drei Tage eines Monats kosten 90 Euro mehr.
Ohne Aufzug wirkt dieser Engpass doppelt. Das Treppenhaus ist an diesen Tagen nämlich nicht leer. Im dritten Stock stapelt jemand seine Kartons auf dem Podest, weil der eigene Transporter erst in einer Stunde kommt. Im ersten Stock steht eine Waschmaschine im Weg. Jeder Gang wird zum Ausweichmanöver. Dieselben vier Etagen, die am 12. eines Monats in gleichmäßigem Rhythmus geleert werden, kosten am 31. spürbar mehr Kraft und Aufmerksamkeit.
Deshalb ist unser erster Satz am Telefon nicht die Frage nach der Etage, sondern die Frage nach dem Datum. Wer Spielraum hat, soll ihn nutzen. Wer keinen hat, erfährt vorher genau, was der feste Termin kostet, und zahlt keinen Cent mehr als die Summe aus Grundpreis und Tagesaufschlag.
Der Abtrageweg: was wir vor dem Angebot wissen müssen
Ohne Aufzug ist der Weg von der Wohnungstür bis zur Ladekante das eigentliche Werkstück. Wir nennen ihn Abtrageweg. Er entscheidet über die Zahl der Kräfte und darüber, ob ein Möbellift sinnvoll ist. Fünf Angaben reichen uns für ein belastbares Angebot, und alle fünf kann man in zehn Minuten selbst nachsehen.
Wer diese Angaben mitschickt, bekommt eine feste Zahl statt einer Spanne. Fehlt eine Angabe, schätzen wir vorsichtig, und vorsichtig heißt in diesem Fall: zu Ihren Ungunsten. Das will niemand von uns.
Fünf Angaben, die den Preis festmachen
- Etage und ob es einen Halbstock gibt. Ein Altbau-Vierter liegt oft so hoch wie ein Neubau-Sechster.
- Breite der engsten Stelle im Treppenhaus in Zentimetern, gemessen zwischen Handlauf und Wand.
- Form der Wendung: gerader Lauf, Podest mit Kehre oder gewendelte Stufen ohne Podest.
- Größtes Einzelstück mit allen drei Maßen, meist Kleiderschrank, Sofa oder Klavier.
- Abstand von der Haustür bis zur möglichen Ladestelle in Metern.
Ein Beispiel zum Nachrechnen: drei Zimmer, vierte Etage
Eine Dreizimmerwohnung mit rund 38 Kubikmetern liegt in der vierten Etage, kein Aufzug, Treppenhaus mit Podestkehre. Der Mietvertrag endet zum Monatsende, der letzte Tag fällt auf einen Freitag. Gerechnet wird so: 779 Euro Grundpreis, 90 Euro für die letzten drei Tage des Monats, 60 Euro für den Freitag. Macht 929 Euro.
Dieselbe Wohnung, dasselbe Team, dieselben vier Etagen am Mittwoch, dem 12.: 779 Euro. Der Unterschied beträgt 150 Euro. Dafür bekommen Sie nicht nur Geld zurück, sondern auch ein freies Treppenhaus. Am 12. trägt kein Nachbar gleichzeitig aus, das Podest im zweiten Stock ist leer, und der Transporter steht dort, wo er stehen soll. Bei vier Etagen ohne Aufzug ist das kein Nebeneffekt, das ist der halbe Arbeitstag.
Wenn der Termin nicht verschiebbar ist, lässt sich trotzdem etwas tun. Der Ladetag muss nicht der Übergabetag sein. Viele Mietverträge überlappen sich um einige Tage. Wer am 27. lädt und am 31. nur noch putzt, zahlt 779 statt 929 Euro und hat das Treppenhaus für sich allein. Fragen Sie das beim Vermieter ab, bevor Sie den Umzugstermin festlegen.
Bleibt es beim engen Treppenhaus, rechnet sich oft der Möbellift. Er kostet ab 169 Euro und ersetzt bei einem großen Kleiderschrank, einer Couch und einer Matratze gut sieben Arbeitsstunden einer zusätzlichen Kraft, die mit 24 Euro je Stunde zu Buche schlüge. Bei wenig Ladung ist der Stundensatz die bessere Wahl: Möbelkoffer mit zwei Kräften 74 Euro je Stunde, mit drei Kräften 98 Euro, mit vier 122 Euro, kleinste Abnahme drei Stunden.