Die engste Stelle bestimmt den ganzen Tag
Ein Treppenhaus ist selten durchgehend eng. Meist ist der gerade Lauf ausreichend breit, und genau eine Stelle macht Ärger: die Kehre am Podest, der Handlaufpfosten in der Innenkurve oder die Tür zum Hof, die sich nur zu 70 Zentimetern öffnen lässt. Diese eine Stelle bestimmt, welches Möbelstück überhaupt nach unten kommt. Alles andere ist Nebensache.
Deshalb fragen wir nicht nach dem Gefühl, sondern nach Zentimetern. Gemessen wird zwischen Handlauf und gegenüberliegender Wand, in Hüft- und in Schulterhöhe, weil Sockelleisten und Heizungsrohre dort unterschiedlich weit hineinragen. Wer den kleineren der beiden Werte nennt, hat die Zahl, mit der wir arbeiten.
Als Faustzahl aus der täglichen Arbeit: Ab etwa 90 Zentimetern Engstelle läuft ein normaler Hausrat ohne Kunstgriffe. Zwischen 75 und 90 Zentimetern gehen Couch und Matratze hochkant durch, ein breiter Kleiderschrank aber nur zerlegt. Unter 75 Zentimetern wird jede große Fläche zum Fall für den Möbellift oder für die Stichsäge des Schreiners, und Letzteres ist keine Empfehlung.
Was daraus folgt, ist unangenehm einfach: Bei einer echten Engstelle dauert jeder Gang länger, und es gibt keinen Weg, das abzukürzen. Die einzige Stellschraube, die wirklich etwas bringt, ist der Tag. Ein enges Treppenhaus, das nur Ihnen gehört, ist ein anderes Treppenhaus als eines, in dem gleichzeitig zwei Parteien ausziehen.
Womit wir in engen Aufgängen arbeiten
Es gibt kein Werkzeug, das einen Meter Wand wegschiebt. Es gibt aber Mittel, die aus einer schwierigen Engstelle eine lösbare Aufgabe machen. Wir setzen sie nach Maß ein, nicht nach Gefühl, und wir sagen die Kosten vorher.
Was wir nicht tun: Türrahmen abschrauben ohne Absprache, Handläufe demontieren oder Möbel gegen die Wand drücken, bis es passt. Das kostet später mehr als jeder Lift.
Mittel für die Engstelle und was sie kosten
- Möbellift ab 169 Euro: das Stück fährt außen am Haus vorbei statt durch die Kehre.
- Möbelmontage 28 Euro je Stunde: Schrank in Seitenteile zerlegt, oben wieder aufgebaut.
- Vierte Kraft 24 Euro je Stunde: zwei tragen, zwei sichern in der Kurve.
- Möbeldecken 2,20 Euro je Woche: Kanten, Handlauf und Wandputz bleiben heil.
- Kleiderboxen 3,20 Euro je Woche: Garderobe wandert am Stück statt in acht Gängen.
Zwei Zimmer, enge Kehre: was der Tag ausmacht
Eine Zweizimmerwohnung mit rund 26 Kubikmetern, dritter Stock, Engstelle 78 Zentimeter am Podest. Gewünscht war Montag, der 1., weil der Mietvertrag der neuen Wohnung an diesem Tag beginnt. Gerechnet wird so: 529 Euro Grundpreis, 30 Euro für den Montag, 90 Euro für die ersten drei Tage des Monats. Macht 649 Euro.
Derselbe Umzug am Donnerstag, dem 17.: 529 Euro. Der Unterschied beträgt 120 Euro. Der wichtigere Unterschied steht aber nicht auf der Rechnung. Am 1. eines Monats ist das Podest mit der 78 Zentimeter breiten Kehre der Flaschenhals des ganzen Hauses. Zwei Parteien ziehen aus, eine ein, und jedes Mal, wenn eine Couch in der Kurve steht, warten alle anderen. Am 17. steht dort niemand. Dieselbe Kehre, halber Stress.
Kommt der Möbellift dazu, rechnet sich die Verschiebung noch deutlicher. Am 17. mit Lift: 529 plus 169 gleich 698 Euro. Am 1. mit Lift: 649 plus 169 gleich 818 Euro. Und am Samstag, dem 13., zahlen Sie 529 plus 120 gleich 649 Euro, also genauso viel wie am Montag zum Ersten, bekommen aber ein leeres Treppenhaus dazu. Wer am Wochenende umziehen muss, sollte deshalb den Samstag in der Monatsmitte nehmen und nicht den am Monatsrand.
Ob sich der Lift überhaupt lohnt, rechnen wir mit Ihnen durch. 169 Euro entsprechen rund sieben Arbeitsstunden einer zusätzlichen Kraft zu 24 Euro. Bei einem einzelnen Schrank ist Zerlegen günstiger. Ab drei sperrigen Stücken, also etwa Schrank, Couch und Bettgestell, liegt der Lift vorn und schont nebenbei Wand und Handlauf.