Wo der Lift steht und wo nicht
Der Lift ist ein Anhänger mit einer Leiter, die schräg nach oben fährt. Damit die Leiter den richtigen Winkel bekommt, muss der Anhänger einige Meter vor der Fassade stehen, je nach Höhe rund vier bis sechs. Der Untergrund muss die Stützen tragen, und über der Leiter darf nichts im Weg sein. Der Preis beginnt bei ab 169 € für Etagen bis zur fünften.
An der Straßenseite eines Vorderhauses ist das meistens machbar, sofern die Fläche vor dem Haus am Morgen frei ist. Problematisch wird es durch parkende Autos, Straßenbäume, Laternen, Oberleitungen der Straßenbahn und Markisen. Wir schauen uns das vorher an, weil ein Lift, der nicht aufgebaut werden kann, trotzdem angefahren ist.
Im Hinterhof sieht es anders aus, und das ist der Punkt, an dem viele Angebote im Netz schweigen. Der Anhänger muss durch die Durchfahrt, und die Durchfahrten der Berliner Gründerzeit sind selten hoch und breit genug. Kommt er doch hindurch, fehlt im Hof oft der Abstand zur Fassade, weil die Höfe schmal geschnitten sind. Beim Seitenflügel und beim Quergebäude scheitert es fast immer.
Wir sagen das lieber vorher als am Umzugsmorgen. Wenn der Lift nicht geht, planen wir anders: mehr Kräfte, früheres Zerlegen, größere Stücke über den Balkon statt durchs Treppenhaus. Das kostet Zeit statt Technik, und diese Zeit steht im Angebot, bevor Sie zusagen.
Diese sechs Punkte entscheiden über den Lift
- Freie Standfläche von rund vier bis sechs Metern vor der Fassade
- Fester Untergrund für die Stützen, kein frischer Rasen und keine Hohlräume
- Durchfahrtshöhe und Durchfahrtsbreite, wenn der Hof erreicht werden muss
- Bäume, Laternen, Balkone und Leitungen in der Aufstiegsbahn
- Ein Fenster oder eine Balkontür in der Zieletage, die weit genug aufgeht
- Etagenhöhe: bis zur fünften gilt der Grundpreis, darüber wird gesondert gerechnet
Lift oder eine Kraft mehr: die Rechnung
Der Lift ist kein Selbstzweck, er ersetzt Tragezeit. Deshalb lohnt der direkte Vergleich. Eine zusätzliche Kraft kostet ab 24 € je Stunde und Kraft. Über sechs Stunden sind das 144 Euro und damit weniger als der Lift mit ab 169 €. Über acht Stunden sind es 192 Euro, und dann ist der Lift günstiger.
Als Faustregel aus der Praxis: Bis zur zweiten Etage ist die zusätzliche Kraft die bessere Wahl. Ab der vierten holt der Lift seine 169 Euro fast immer wieder herein, weil jedes größere Stück sonst über zwei bis drei Wendungen im Treppenhaus muss. Dazwischen entscheidet, was transportiert wird: Bei einer Schrankwand und einem großen Sofa lohnt er früher als bei zwanzig Kartons.
Es gibt einen Fall, in dem die Rechnung gar keine Rolle spielt. Wenn ein Stück nicht durchs Treppenhaus passt, gibt es nur drei Wege: zerlegen, Lift oder dableiben. Zerlegen rechnen wir mit ${P_MONTAGE} je Stunde und Kraft, und bei einem verleimten Massivholzschrank ist das keine Option. Dann ist der Lift die einzige Lösung.
Ein voller Rechenfall: Eine Dreizimmerwohnung am Mittwoch, dem 12., kostet 779 Euro. Mit Lift sind es 948 Euro. Derselbe Umzug am Freitag, dem 31., kostet 779 plus 90 plus 60 plus 169, also 1.098 Euro. Zwischen den beiden Terminen liegen 150 Euro, also fast der Preis des Lifts.
Warum der Termin hier doppelt zählt
Der Möbellift ist ein Gerät, und Geräte sind an den teuren Tagen knapp. An den letzten drei und den ersten drei Tagen eines Monats zieht halb Berlin um, und die Lifte sind dann früh vergeben. Wer in diesen Tagen kurzfristig anfragt, bekommt oft keinen mehr, und zwar unabhängig vom Preis.
In der Monatsmitte ist das anders. Dienstag bis Donnerstag zwischen dem 4. und dem 25. sind Lift und Besetzung deutlich leichter zusammenzubringen, und Sie sparen dazu die 90 Euro Aufschlag. Das ist der seltene Fall, in dem der günstigere Termin auch der technisch bessere ist.
Planen Sie außerdem den Aufbau mit ein. Ein Lift wird gestellt, eingerichtet und wieder abgebaut, dafür geht knapp eine Stunde drauf. An einem langen Tag am Monatsende fällt diese Stunde ins Gewicht. Beginnt der Umzug dadurch erst nach 16 Uhr, kommen 45 Euro zusätzlich zum Tagesaufschlag dazu.
Wenn Sie unsicher sind, ob der Lift bei Ihnen steht, schicken Sie zwei Fotos: eins von der Straße oder vom Hof auf die Fassade, eins aus dem Fenster nach unten. Damit lässt sich in den meisten Fällen schon entscheiden, ohne dass jemand vorbeifahren muss.