Der letzte Lauf ist ein anderer Lauf
In den meisten Häusern endet die reguläre Treppe unter dem Dach. Was darüber folgt, war ursprünglich der Weg zum Trockenboden: schmaler, steiler, ohne Podest, oft mit einer Tür am oberen Ende, die nach innen aufschlägt und den halben Absatz belegt. Genau dieser letzte Lauf entscheidet, was in die Wohnung hinein- und aus ihr herauskommt. Wer nur die Etagenzahl nennt, beschreibt den Umzug noch nicht.
Dazu kommt die Schräge. Unter dem Dach steht ein zwei Meter hoher Schrank nur an der Firstseite. An der Traufseite bleiben oft weniger als anderthalb Meter Wandhöhe, und ein Möbelstück lässt sich dort nicht mehr aufrichten, wenn es liegend hereingetragen wurde. Das ist kein Zuschlagsgrund, sondern ein Planungsgrund: Wir sagen vorher, welches Stück zerlegt oben ankommen muss, statt es im Zimmer festzustellen.
Die dritte Eigenheit ist die Hitze. Ein Dachgeschoss im Sommer hat am Nachmittag regelmäßig deutlich mehr Grad als das Erdgeschoss. Das schlägt auf das Tempo jeder Mannschaft. Deshalb legen wir Dachgeschosstermine bevorzugt auf den frühen Vormittag. Ein Beginn nach 16 Uhr kostet 45 Euro zusätzlich und bringt unter dem Dach außer Wärme und schwindendem Licht wenig.
Und schließlich der Spitzboden. Über vielen Dachwohnungen liegt noch ein Abstellraum, erreichbar über Luke und Leiter. Was dort seit Jahren lagert, will meistens niemand mitnehmen. Wir räumen und entsorgen ab 38 Euro je Kubikmeter. Zwei Kubikmeter alter Bodenkram kosten also 76 Euro und sparen einen ganzen Transportgang.
Was wir vor einem Dachgeschosstermin klären
Ein Dachgeschoss lässt sich sauber vorplanen, wenn vier Punkte feststehen. Wir fragen sie ab, bevor wir einen Preis nennen, weil sie über die Zahl der Kräfte und über die Dauer entscheiden. Der Grundpreis ändert sich dadurch nicht, die Tagesplanung schon.
Fotos helfen hier mehr als Beschreibungen. Ein Bild vom letzten Treppenlauf von oben nach unten, eines von der Wohnungstür und eines vom größten Zimmer mit Schräge genügen uns in aller Regel.
Vier Punkte vor dem Dachgeschosstermin
- Breite und Steigung des letzten Laufs, dazu die Aufschlagrichtung der oberen Tür.
- Kniestockhöhe an der Traufseite, also die gerade Wand unter der Schräge.
- Gibt es eine Dachgaube oder ein Fenster, an das ein Möbellift heranreicht.
- Spitzboden vorhanden, Zugang über Luke oder Treppe, geschätzte Kubikmeter Inhalt.
Drei Zimmer unter dem Dach: der 11. gegen den 30.
Eine Dreizimmerwohnung mit rund 38 Kubikmetern im ausgebauten Dachgeschoss, fünfter Stock, letzter Lauf 72 Zentimeter breit, Kniestock 1,20 Meter. Gewünscht war Montag, der 30., weil der Mietvertrag zum Monatsende ausläuft. Gerechnet wird so: 779 Euro Grundpreis, 30 Euro für den Montag, 90 Euro für die letzten drei Tage des Monats. Macht 899 Euro.
Dieselbe Wohnung am Mittwoch, dem 11.: 779 Euro. Das sind 120 Euro weniger. Wichtiger ist, was am 11. nicht passiert. Am 30. wartet unten im Aufgang bereits die nächste Mannschaft, weil im zweiten Stock zeitgleich ausgezogen wird. Bei einem Dachgeschoss bedeutet das: Ihr Team trägt fünf Etagen ab und trifft auf halbem Weg jedes Mal auf Gegenverkehr in einem Treppenhaus, das auf der letzten Etage ohnehin nur 72 Zentimeter breit ist. Der Rhythmus, von dem ein Dachgeschossumzug lebt, ist dahin. Am 11. läuft die Mannschaft durch, und die ausgeruhte Mannschaft ist bei fünf Etagen kein Luxus.
Wenn der 30. unvermeidlich ist, dann wenigstens früh. Derselbe Montag mit Beginn um 16.30 Uhr kostet 779 plus 30 plus 90 plus 45, also 944 Euro, und die letzten Gänge fänden bei schwachem Licht in einem heißen Dachgeschoss statt. Der Samstag zum Monatsersten wäre mit 779 plus 120 plus 90 gleich 989 Euro die teuerste Variante überhaupt.
Rechnen Sie die Bodenräumung gleich mit. Drei Kubikmeter Spitzboden kosten bei 38 Euro je Kubikmeter 114 Euro und ersparen Ihnen mehrere Gänge über die Leiter. Wer stattdessen einlagern will, zahlt für ein Abteil mit 6 Kubikmetern 42 Euro im Monat, für 12 Kubikmeter 72 Euro, für 24 Kubikmeter 120 Euro, dazu die Fahrt ab 85 Euro.