Durchfahrt, Hof, Tragweg: drei Größen vor der Haustür
Ein Hinterhaus liegt hinter einem Vorderhaus, und dazwischen liegt in aller Regel eine Durchfahrt. Deren lichte Höhe ist die erste Zahl, die wir brauchen. Ein Möbelkoffer misst über drei Meter. Liegt die Durchfahrt darunter, bleibt der Wagen an der Straße, und der gesamte Hausrat wird über den Hof getragen. Das ist keine Ausnahme, das ist bei dieser Bauform der Regelfall.
Die zweite Zahl ist der Tragweg. Gemeint ist die Strecke von der Ladekante bis zum Aufgang des Hinterhauses, quer über den Hof und durch die Durchfahrt. Bis etwa 20 Meter fällt das kaum ins Gewicht. Zwischen 20 und 40 Metern lohnt eine zusätzliche Kraft, die ausschließlich den Hofweg bedient, während die anderen in der Wohnung und am Wagen arbeiten. Über 40 Meter planen wir einen Zubringer mit Rollwagen ein.
Die dritte Zahl ist die Breite der Durchfahrt am engsten Punkt, meist an der Pforte oder am Poller. Darunter leidet nicht der Mensch, sondern die Sackkarre mit dem Kühlschrank. Zwei Meter reichen für alles, ab 1,20 Meter wird es zur Einbahnstraße, und dann kann immer nur eine Richtung gleichzeitig laufen.
Der Hofbelag gehört der Vollständigkeit halber dazu. Altes Kopfsteinpflaster im Hof macht jeden Rollwagen zum Rüttelgerät, und empfindliche Stücke fahren dann nicht, sondern werden getragen. Wir fragen danach, weil es die Zeitplanung verändert, nicht den Preis.
Was der Hof am Umzugstag hergeben muss
Ein Hinterhausumzug steht und fällt damit, ob der Hof am Tag der Verladung nutzbar ist. Das lässt sich vorher klären, kostet nichts und rettet mehrere Stunden. Die folgenden Punkte gehen Sie am besten zwei Wochen vorher durch.
Der wichtigste Punkt steht ganz oben und hat nichts mit Technik zu tun: Wer am 12. lädt, muss um nichts davon kämpfen. Am 30. kämpfen alle um denselben Hof.
Sechs Punkte für den Hof
- Ist der Hof am Wunschtag frei, oder zieht eine weitere Partei im Haus gleichzeitig aus.
- Darf im Hof gehalten werden, und wer hat den Schlüssel für die Pforte oder den Poller.
- Lichte Höhe der Durchfahrt, gemessen am niedrigsten Punkt, nicht am Torbogen.
- Tragweg in Metern von der möglichen Ladestelle bis zum Aufgang.
- Belag im Hof: Asphalt, Platten oder Kopfsteinpflaster.
- Mülltonnenplatz und Fahrradständer, die am Umzugstag im Weg stehen würden.
Zwei Zimmer im Hinterhaus: der 10. gegen den 29.
Eine Zweizimmerwohnung mit rund 26 Kubikmetern im Hinterhaus, zweiter Stock, Durchfahrt 2,60 Meter hoch, Tragweg 28 Meter über gepflasterten Hof. Gewünscht war Freitag, der 29. Gerechnet wird so: 529 Euro Grundpreis, 60 Euro für den Freitag, 90 Euro für die letzten drei Tage des Monats. Macht 679 Euro.
Derselbe Umzug am Dienstag, dem 10.: 529 Euro. Der Unterschied beträgt 150 Euro. Und nun der Teil, der in keinem Preisblatt steht: Am 29. steht im Hof bereits ein fremder Transporter vor der Durchfahrt, weil im Vorderhaus ebenfalls ausgezogen wird. Unser Wagen kommt bis zur Straße und keinen Meter weiter. Aus 28 Metern Tragweg werden 45. Der Nachbar trägt seine Kartons durch dieselbe 1,40 Meter breite Pforte, durch die auch wir müssen, und wir warten abwechselnd aufeinander. Am 10. ist der Hof leer, der Wagen steht an der Durchfahrt, und der Weg bleibt bei 28 Metern.
Bei einer Dreizimmerwohnung wächst der gleiche Unterschied mit: 779 Euro am Dienstag, dem 10., gegen 779 plus 60 plus 90 gleich 929 Euro am Freitag, dem 29. Auch hier 150 Euro, aber ein Drittel mehr Gänge über den Hof, bei denen sich ein belegter Hof dreifach bemerkbar macht.
Wenn das Datum feststeht, hilft ein zweiter Hebel: die Menge. Was nicht mit in den Hof muss, muss auch nicht getragen werden. Entsorgung kostet ab 38 Euro je Kubikmeter, ein Kellerabteil mit zwei Kubikmetern altem Inhalt also 76 Euro. Kartons leihen kostet 0,80 Euro je Stück und Woche, vierzig Stück für zwei Wochen also 64 Euro gegenüber 78 Euro beim Kauf zu 1,95 Euro. Feste Kartons rollen besser über Kopfsteinpflaster als weiche aus dem Supermarkt.